|
Am Donnerstag, den 25. Juni 2009, ist in dieser Reihe im Mühldorfer Kino „Hollywood am Inn“ um 19.00 Uhr der Film TRENNUNG des bekannten israelischen Regisseurs Amos Gitai zu sehen (Start in Deutschland im September 2008). Hauptdarstellerin ist Juliette Binoche, bekannt aus dem Film „Chocolate“. Der Film beleuchtet in einer dramatischen Geschichte rund um die Räumung der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen die Situation der Juden und Palästinenser. Die Botschaft ist, dass ein friedliches Zusammenleben möglich ist, wenn die Vergangenheit und alte Vorurteile überwunden werden können. Der Film wurde 2007 in Venedig ausgezeichnet.
Im Anschluss an den Film spricht der Nahostexperte Dr. Friedrich Schreiber über seine eigenen Eindrücke aus dieser Zeit in Israel und steht für eine Diskussion zur Verfügung. Von 1964 bis 1997 war er leitender Auslandsredakteur des Bayerischen Rundfunks, darunter von 1988 bis 1997 Nahost-Korrespondent der ARD mit Sitz in Tel Aviv. Schreiber ist nicht nur ausgewiesener Nahostfachmann, sondern als Freund von Max Mannheimer auch gut mit Mühldorf vertraut.
Nach dem erfolgreichen Start der Themenreihe „Blickwechsel – Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland und Israel“ in der letzten Woche mit der Eröffnung der Ausstellung „Blickwechsel – Juden und Christen“ in der Stadtbücherei, die dort noch bis zum 2.7. zu sehen ist, setzt der Film die Reihe fort. Der Eintritt ist frei – Spenden sind erwünscht.
Amos Gitai über den Film
„In diesem Film überschreiten wir Grenzen, wir führen Leute zueinander, von denen wir dachten, dass sie völlig getrennt leben. Im Grunde wissen alle Menschen, dass sie die Fähigkeit haben, zueinander zu finden. Wenn es nicht so wäre, denke ich, hätte die Menschlichkeit keine Chance gehabt, all die Grausamkeiten und Völkermorde der Menschheitsgeschichte zu überdauern. Dazu gehört auch die menschliche Fähigkeit vergessen zu können– statt immer nur an Erinnerungen festzuhalten – und die Gegensätze zu überbrücken. Disengagement - TRENNUNG zeigt so eine Form der Loslösung von der Vergangenheit und auch die Schritte hin zu einer Form von Aussöhnung. Der Film handelt davon, wie die Hoffnungen von Menschen durch gewaltige geopolitische Kräfte zerstört werden können. Die Menschen können sehr viele gute Absichten hegen, etwas Sinnvolles aus ihrem Leben zu machen; aber dann werden sie von der Realität eingeholt – die Realität des Mittleren Ostens „sabotiert“ nahezu die Lebenswege der Menschen. Werden sie in der Lage sein, die großen politischen Strukturen eines Tages überwinden zu können? Dies bleibt eine offene Frage.“
www.pandorafilm.de
Um der Diskussion im Anschluss Raum zu geben, ist der Beginn um 19.00 und nicht wie auf den Plakaten zu lesen um 20.00 Uhr.
|